Das kann ProAqua - nicht

Was mit ProAqua geht und was nicht geht, darüber können Sie vielleicht am besten mit Hilfe der kommentierten Liste der Berechnungs-Beispiele in Herth/Arndts informieren.

ProAqua setzt die von Herth / Arndts in der Praxis vielfach bewährten Verfahren zur Dimensionierung von Grundwasserabsenkungen in ein Programmsystem um, hieß es oben und daraus ergeben sich die Grenzen des Programms. Mit zwei Beispielen aus Kundenanfragen soll das verdeutlicht werden. 

"Ich habe zur Zeit eine Baustelle die in etwa 70‘000 m2 beträgt. Die Baugrubensicherung wird teils geböscht, mit Trägerbohlwänden und Spundwänden gesichert. Die Tiefe der Baugrube beträgt 4 bis 5 Meter. Wir haben dort verschiedene Bodenschichten mit unterschiedlichen Durchlässigkeits, die berücksichtigt werden sollen. Könne diese Faktoren in dem Programm berücksichtigt werden? Vor allem kann eine Baugrube (nicht nur rechteckig sondern auch mit Sprüngen in der Umschliessung) mit verschiedenen Baugrubensicherungsvarianten eingegeben werden (d.h. Trägerbohlwand, Spundwand, Böschung)?" 

"Ich bin im Netz auf ihre Software zur Berechnung von Bauwasserhaltungen gestoßen und finde Sie sehr interessant. Ich selbst benutze das Programm ... - komme aber immer mal wieder an Grenzen."

Der Ansatz von Dupuit und Thiem geht von der Voraussetzung aus, dass weitreichende Homogenitätsbedingungen erfüllt sind (vgl. Herth/Arndts, S. 15f); so müssen Wasser und Boden in lot- und waagerechter Richtung gleichförmig beschaffen und unendlich ausgedeht sein. Alles, was die Isotropie stört, kann in diesem Modell nur durch prozentuale Zu- oder Abschläge auf den Wasserandrang im vorausgesetzten stationären Zustand berücksichtigt werden. 

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Geschichtete Böden sind trotzdem möglich und auch unterschiedliche Absenktiefen in verschiedenen Bereichen einer fast beliebig geformten Baugrube können modelliert werden. Aber "Baugrubensicherungsvarianten" sind ProAqua fremd. Wer mehr möchte, wer mehr braucht, muss andere Software benutzen (Stichwort: Finite Elemente) - und ganz andere Summen investieren als die, um die es hier geht.

Zur zweiten Frage: Wenn Sie zu ProAqua wechseln möchten, weil Sie bei ihrem vertrauten Programm "auf Grenzen stoßen" - überlegen Sie es sich noch einmal gründlich; in der Regel sollten Sie bei Ihrem vertrauten Programm bleiben, es sei denn, Sie verwenden eine selbst geschriebene Excel-Tabelle oder so etwas ähnliches. Auch bei ProAqua gibt es Grenzen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass es ähnliche Grenzen sind und sich diese Grenzen auch aus dem Berechnungungsmodell ergeben.